Thomas Spieker kritisiert Busanbindung nach Weetzen/Hannover

Rede von Thomas Spieker, CDU-Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Gehrden, anlässlich der Sitzung des Stadtrates am 24.06.2020

es gilt das gesprochene Wort!

Seit einem Jahr will der Rat der Stadt Gehrden eine bessere Anbindung der
Gehrdener Kernstadt an den S-Bahnhof Weetzen. Der Rat wusste schon letztes Jahr, dass sich das Klinikum Robert Koch in Kürze deutlich vergrößern will, was ja gut ist, was wir ausdrücklich begrüßen als Union, und was nicht nur den Medizinstandort Gehrden noch stärken wird.
Dann kommen allerdings noch mehr Menschen aus der gesamten südlichen Region Hannover täglich zum Klinikum. Die Straßen in der engen Gehrdener Kernstadt werden aber nicht breiter, die vielen Anwohnerinnen und Anwohner der engen Wohnstrassen leiden aufgrund der topographischen Grenzen der Kernstadt schon heute sehr unter dem zunehmendem Verkehr: fragen Sie mal in der Franzburger Straße oder im Dichterviertel rund um die Robert-Koch-Strasse nach.

Was läge da nun näher als Trennung von Pkw und Busverkehren, eine andere Linienführung der regiobus-Linie 500 und vor allem eine bessere Anbindung an den S-Bahnhof nach Weetzen? Das hat der Gehrdener Stadtrat auf Initiative der CDU-Fraktion vor einem Jahr in einem klaren Mehrheitsbeschluss gefordert und das müssen wir leider heute in einem Eilantrag an Regionspolitik und Regionsverwaltung erneut bekräftigen. Damit sich viele Fahrgäste nicht erst durch die enge Gehrdener Kernstadt, dann durch ganz Ronnenberg, volle Bundesstrassen, Hannoveraner Verkehrskreisel und Linden bis zum Hauptbahnhof quälen müssen, übrigens meist ohne Ampelvorrangschaltungen und ohne Busbeschleunigungsspuren.

Doch was macht der SPD-Verkehrsdezernent der Region Hannover?

Ignoriert die Mobilitätswünsche. Bietet uns ernsthaft den regiobus mit dem
Marketing-Gagnamen „sprintH“ als Allheilmittel an. Knapp 50 Minuten
Fahrtzeit zum HBF Hannover für eine Fahrtstrecke von 16 km. Herr Franz will den Anschlusstakt zur üstra in der Stadt Hannover nicht gefährden und mit dem S-Bahnbetreiber Kosten- und Einnahmepotenziale nicht teilen. Der Bürgermeister der Stadt Gehrden bringt den Wunsch unseres Stadtrates 8 Monate gar nicht energisch vor. Die Regionsverwaltung kommt mehrfach mit leeren Händen in die Fachausschüsse der Stadt Gehrden und bietet dann im Frühjahr 2020 die Linie 522 mit zwei zusätzlichen Fahrten morgens und abends als Brotkrumen an. Und nun feiert der SPD-Regionsabgeordnete Harter genau das, was Frau Koch und Herr Vinken von der Regionsverwaltung schon vor Monaten als Beschwichtigungspille in den VBG mitgebracht haben, als neuen Lösungskompromiss? Da gehört schon eine Menge Galgenhumor dazu. Vielen wäre es peinlich, eine Randfahrt einer ganz anderen Bus-Linie als großen Durchbruch von Regionspolitik und Bürgermeister Mittendorf zu verkaufen.

Aber nicht der SPD.

Nachhaltige Mobilitätswünsche vieler Gehrdenerinnen und Gehrdener werden stattdessen von der Regionsverwaltung ignoriert. Viele Menschen in Gehrden und der südlichen Region Hannover wollen endlich moderne Mobilitätslösungen. Wir wollen schnell zur S-Bahn und dann schnell nach Hannover oder auch nach Süden. Schüler, Studenten, Pendler, Patienten, Klinikmitarbeiter, Klinikbesucher, Reisende, Einkaufende, Feiernde, Urlauber…..

Anreize vom PKW auf Bus und Bahn umzusteigen muss man übrigens erst mal schaffen, erst mal anbieten, um Menschen zum Umstiegen zu bewegen und natürlich nach einer gewissen Zeit das auch zu evaluieren. Viele Menschen aus Gehrden wollen nicht mit der regiobus-Linie 500 knapp 50 Minuten von Gehrden nach Hannover zum Hauptbahnhof juckeln. Leerfahrten zum Schwesternhaus braucht auch keiner. Dann muss man über klügere Linienführungen und eine Entzerrung von PKW und Bussen nachdenken. Das Verkehrskonzept sollte seit einem Jahr ausgeschrieben werden. Warum hat die Verwaltung das noch nicht hinbekommen?

Ganz zu schweigen von der beschlossenen Freigabe des Fahrradverkehrs.
Fehlanzeige.

Von Anwohnerparkregelungen. Fehlanzeige.

Von der Planung mehr Parkraums. Fehlanzeige.

Ach ja, und das wichtigste für die kommenden Debatten:

Ein Erweiterungsbau des Robert-Koch-Klinikums soll einhergehen mit
Schaffung von mehr Parkraum und Bewirtschaftung auf dem Klinikumsgelände. Das ist Mehrheitsbeschluss des Rates der Stadt Gehrden vom 27.06.2019.

Wir erwarten nun endgültig, dass Bürgermeister und die Verwaltung das
energisch umsetzen. Dann kann man dem Rat der Stadt Gehrden auch die
Bebauungsplanwünsche vorstellen. Sei es von regiobus, sei es vom Klinikum.

Wir erwarten eine schnelle Terminierung der beantragten Ratsinformation.

Im Rahmen der Erweiterung des Klinikums brauchen wir zwingend eine neue und moderne Verkehrsleitplanung. Die schmalen Straßen im Ortskern sind sicher nicht für eine Erhöhung des Verkehrsaufkommens geeignet.

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