Stellungnahme zu Regiobus-Ausweitung 500er

Gehrden. Gemeinsam mit Bündnis 90/Die Grüne haben wir als CDU-Gehrden die Äußerungen des Verkehrsdezernenten der Region Hannover Ulf- Birger Franz in der Calenberger Zeitung vom 13.05.2020 mit Erstaunen zur Kenntnis genommen.

Herr Franz, der aktuell die Position des Geschäftsführers des Großraumverkehrs GVH übernehmen soll, um „mehr Zug in die Verkehrswende weg vom Auto und hin zum Nahverkehr“ zu bringen, stellt gleichzeitig eine wichtige Buslinie ein. Eine Attraktivitätssteigerung zum Nahverkehr sieht anders aus.

Selten haben so viele Bürgerinnen und Bürger Fachausschusssitzungen besucht, wie die Verkehrsausschusssitzungen zum Thema der Auswirkungen des von der Regionverwaltung vorgelegten Nahverkehrsplans für Gehrden. Sie machten ihre Einschätzung, dass die Nahverkehrsplanung der Region leider hauptsächlich die Stadt Hannover im Fokus hat und viel zu wenig das Umland.

Mit Vehemenz und fachlich überzeugenden Argumenten haben sie immer wieder die Bedeutung der von der Region mit einem Handstreich abgeschafften Busverbindung zum Bahnhof Weetzen für Gehrden hervorgehoben und alternative Vorschläge unterbreitet. Eine zum Auto konkurrenzfähige, schnelle Verbindung von Gehrden bis zum Bahnhof Weetzen ist aus ihrer Sicht unabdingbar.

Eine Bürgerinitiative fordert für eine zügige Umsetzung der Verkehrswende in Gehrden ebenfalls ein attraktives Nahverkehrsangebot von der Region, um damit viele Menschen zum Umstieg vom Auto zum öffentlichen Nahverkehr zu bewegen. Außerdem haben sich zahlreiche ÖPNV-Nutzer mit entsprechenden Petitionen an Stadtrat und Region gewandt.

Vor diesem Hintergrund zeugen die Aussagen des Regionsverkehrsdezernenten nicht nur von einer beispiellosen Geringschätzung aller Berufspendler und Reisenden, die zur S-Bahn müssen, sondern auch von einer beispiellosen Geringschätzung der überwältigenden Mehrheit des Rates der Stadt Gehrden.

Er hat darüber hinaus offensichtlich auch das Ziel, das in dem von ihm zu verantwortenden Nahverkehrsplan steht, nämlich „durch Angebotsverbesserung den Umstieg zu fördern“, aus den Augen verloren. Wenn er als Verantwortlicher für den ÖPNV die Verkehrswende will, dürfen die Nahverkehrsangebote nicht wegen fehlender Wirtschaftlichkeit ausgedünnt und verschlechtert werden, müssen auch andere als Effizienzziele im Vordergrund stehen.

Die Sprint-H-Linie als besonders gelungenen Wurf darzustellen ist für viele Bürgerinnen und Bürger nicht nachvollziehbar, denn in der Realität ist der Sprint-H eher ein Lahm-H, wie die von Fahrgästen gemessenen Zeiten belegen. Den Erfolg dieser Linie mit dem erhöhten Fahrgastaufkommen belegen zu wollen ist auch nicht korrekt, denn diese Steigerung ergibt sich lediglich aus der Takterhöhung (10-Minutentakt) und der Vielzahl der angefahrenen Haltestellen. Das dann mit dem Fahrgastaufkommen einer Linie, die nur stündlich fährt und weniger Haltestellen bedient, zu vergleichen, ist einfach nur unlauter.

Die Pläne sind außerdem wenig in die Zukunft gerichtet, beziehen sie doch die die weitere infrastrukturelle Entwicklung Gehrdens und den massiven Ausbau des regionseigenen Klinikums mit ihren immensen verkehrstechnischen Anforderungen in ihre Verkehrsplanung nicht ein.

Leave a Comment

Kontakt mit uns

Wir sind derzeit nicht persönlich verfügbar! Schreiben Sie uns einfach ein paar Zeilen und wir melden uns bei Ihnen!

Not readable? Change text. captcha txt