Oberverwaltungsgericht nimmt geplantem Windpark in Redderse, Degersen und Langreder den Wind aus den Segeln

Über das Urteil des Oberverwaltungsgerichts, das Kapitel des regionalen Raumordnungsprogramms über Windkraft für unwirksam zu erklären, zeigt sich der CDU Ortsverband Redderse erleichtert, warnt aber zugleich vor blinder Freude.

Redderse. Am Dienstag den 5. März hat das Oberverwaltungsgericht Niedersachsen das Kapitel Windkraft des regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) der Region Hannover für unwirksam erklärt. Es hat erhebliche Mängel in der Planung seitens der Region festgestellt, ist der Mitteilung des Gerichts zu entnehmen. „Ich bin als Jurist für jede Entscheidung dankbar, die einen rechtswidrigen Zustand beseitigt, zumal das Kapitel Windkraft bekannter Weise seit einiger Zeit immer wieder von verschiedenen Stellen und Institutionen kritisch hinterfragt worden ist“, äußerte sich Manuel Große, Vorsitzender der Redderser Christdemokraten.

Auch Ortsbürgermeister Felsen begrüßt den Rechtsspruch, dämpft aber die Emotionen: „Das Urteil bringt uns Gewissheit und das ist erst einmal gut.“ Felsen weigert sich jedoch das Urteil als Sieg oder Niederlage einzustufen. Es gebe schließlich ebenso Befürworter wie Gegner des Projekts. „Ich denke, dass es für unser Dorf wichtiger ist, eine eingeschworene Gemeinde zu sein, als uns in Sieger oder Verlierer aufzutrennen. Dennoch glaube ich, dass der Bau der Windkrafträder einen erheblichen Einschnitt in unser Dorfleben bringen würde“, so Ortsbürgermeister Felsen über die Bedeutung des Projekts für das Dorf.

Das Bauvorhaben scheint nun zunächst abgewendet. Auf dem Gebiet der drei Kommunen Gehrden, Wennigsen und Barsinghausen sollten nach jüngsten Planungen 5 Windkraftanlagen mit einer Höhe von 240 Metern entstehen.

Das Kapitel Windkraft in Gehrden ist mit dem Urteil jedoch alles andere als beendet. „Es bleibt abzuwarten, wie sich das Ganze jetzt entwickelt“, so Große weiter. „Denkbar ist, dass die Region nun handelt und ihr Konzept dem Urteil anpasst, soweit dies überhaupt möglich ist. Wenn man aber bedenkt, wie lange bereits das aktuelle RROP gebraucht hat, um verabschiedet zu werden, sollte man sich nicht darauf verlassen. Rechtssicherheit wird man nur erhalten, wenn die Stadt Gehrden jetzt handelt, und das besser heute als morgen. Aus den Medien konnte man erfahren, dass in Barsinghausen am 13.03.2019 eine Informationsveranstaltung stattfindet, damit die Bürger sich an der Planung neuer Standorte für solche Anlagen aktiv beteiligen können. Es wäre wünschenswert, wenn die Stadt Gehrden ähnlich verfährt.“

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