Ansiedlung von RegioBus bringt keinen Mehrwert

Pressemitteilung der Vorsitzenden der Stadtrats-Fraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen, Thomas Spieker und Heinz Strassmann, zum Thema Regiobus-Betriebshof

Gehrden. Nachdem Verhandlungen der Region für einen neuen Standort für den regiobus-Betriebshof mit Ronnenberg gescheitert waren, hat sie die Fühler nach Gehrden ausgestreckt und offenbar den Bürgermeister überzeugt. Der wiederum hat in seinem Bemühen, für den Standort Gehrden zu werben, den Rat und auch die Öffentlichkeit unzureichend und damit fehlinformiert.

In der ersten Information ging es um einen regiobus-Fuhrpark in der Größenordnung von 140 Bussen, das ist schon eine gigantische Größe, aber es sollten in der Folge noch viel mehr werden. Heute stellt sich die Planung für den megagroßen regiobus-Standort vollkommen anders dar: Die mittlerweile von regiobus gekaufte Fläche ist mehr als verdoppelt – 72.000 m². Neben der Aufgabe des Standortes in Eldagsen soll auch der Standort in Wunstorf aufgegeben und in Gehrden zusammengeführt werden. Es sind nicht mehr 140 Busse geplant, sondern mindestens 204 Busse.

Im 24 h Betrieb an 7 Tagen soll eine Abstellkapazität von 140 Bussen und 110 Bussen in den Werkstätten geplant sein. Für die Verwaltung sind 10000 m² geplant und ein Parkhaus mit 12,5 m Attika-Höhe. Nach diesen scheibchenweise erfolgten zusätzlichen Infos zeigt sich für GRÜNEN-Fraktion und CDU-Fraktion immer deutlicher, dass dieses Megaprojekt für Gehrden keinen Mehrwert bietet. Das Verfahren zur Ansiedlung dieses Riesenprojektes ist intransparent und zeigt ständig neue Aspekte und Vorgaben. Dieser Einschätzung wollte Bürgermeister Mittendorf in der neuerlichen, nach den Absagen an dieses Megaprojekt durch die Grünen und die CDU nun eilig nachgeschobenen Infoveranstaltung mit den Fraktionsvorsitzenden am 10.9. entgegenwirken.

Diverse Annahmen der Stadtverwaltung, für die jegliche konkreten Nachweise unterblieben, gipfelten in der Aussage, dass Gehrden mit einer Wertschöpfung von 24 Millionen Euro jährlich rechnen könne. Diese Argumentation ist nicht stichhaltig, denn eine Wertschöpfung in dieser Höhe hieße, dass die Konzessionsabgabe unrealistisch hoch sein müsste, gleichzeitig regiobus seine Busfahrer und Angestellten fürstlich entlohnen müsste und alle 400 Mitarbeiter, von denen die Verwaltung spricht, in Gehrden wohnen müssten und ihr gesamtes Einkommen auch hier umsetzen müssten. Davon ist aber nicht auszugehen, denn die Arbeitsplätze, die angeblich in Gehrden geschaffen werden, sind mit Mitarbeitern schon besetzt. Es kommt vor allem zu einer Arbeitsplatzverlagerung und es ist nicht zu erwarten, dass alle regiobus-Beschäftigten nach Gehrden ziehen, zumal es gerade in Gehrden an bezahlbarem Wohnraum mangelt und neue Baugebiete schon lange vor der regiobus-Debatte teils mehr als 20 mal so viele Nachfrager wie ausgewiesene Bauplätze haben. Die Attraktivität Gehrdens hängt nicht von einem Mega-Busdepot ab.

Für die Mehrheit der Ratsmitglieder überwiegen bei diesem Vorhaben des Bürgermeisters die Nachteile für Gehrden: Für kleinere und mittelständische Betriebe geht ein Riesenareal an Gewerbefläche verloren. Diese oft schon in Gehrden ansässigen Betriebe schaffen jedoch ebenfalls viele Arbeits- und Ausbildungsplätze und zahlen außerdem in Gehrden Gewerbesteuer. Weitere Gewerbeflächen an anderen Standorten in Gehrden sollen nicht mehr ausgewiesen werden. Als schon heute hochattraktive Kleinstadt im Deistervorland kann Gehrden kein Ansiedlungsschwerpunkt für weitere Riesenprojekte mehr sein. Gehrden darf nicht von einem Gürtel an Mega-Gewerbeflächen eingeschränkt werden. Abgesehen davon gibt es auch kein Verkehrskonzept, das zeigt, wie diese Massen von zusätzlichem Bus- und Pendlerverkehr bewältigt werden können. Die enge Kreisstraße 231 hält schon heute den Verkehr nur noch schwer aus. Ein Mega-Busdepot gehört optimalerweise an die Schiene, nicht an eine enge Straße. Sicher gibt es Standorte in Hannover und Umland, die schon durch ausgedehnte Industrie- und Gewerbeansiedlung geprägt sind und wo sich ein Betriebshof in dieser Größe unproblematisch eingliedern lässt. Vielleicht in der Nähe von großen Logistikzentren, die ebenfalls in naher Zukunft auf alternative Antriebe umstellen werden.

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